The Floor Edit: Warum die sechste Wand zum Undercover-Star wird
- CÉRIOUS GOOD CLUB

- 18. Dez. 2025
- 3 Min. Lesezeit
Vergangene Woche servierte uns Architectural Digest wieder ein Kendall-Jenner-Haus – diesmal ihr Mountain Getaway, ein Rückzugsort irgendwo zwischen Snow Lodge, 70s-California Heat und einer Art boho-alpiner Zen-Galerie. Warme Hölzer, Stonewashed-Fireplace, gestapelte Keramik-Objekte, bunte Zellij-Tiles und diese typischen Kendall-Details, die immer ein bisschen nach Malibu-Künstlerin wirken, die zufällig ein Supermodel ist. Am deutlichsten aber stach der Boden ins Auge: Holz, Fliesen – und der bemalte Küchenboden im bunten Schachbrettmuster, der so nonchalant wirkt, als würde er heimlich die Hauptrolle spielen. Dieser Moment brachte uns auf eine Frage, die man im Interior lange ignoriert hat: Was wäre, wenn der Boden nicht einfach dazugehört, sondern das Set-Design führt? Was wäre, wenn die sechste Wand – yes, wir zählen ab jetzt den Boden mit – die eigentliche Bühne ist?
Genau hier steigen Farrow & Ball ein, die ihren Blick längst nicht mehr nur über Wände und Decken streifen lassen. Während die "fünfte Wand", die Zimmerdecke, im Interior-Kosmos gerade ihre Renaissance erlebt, argumentiert die Marke: Jetzt ist der Boden dran. Die sechste Wand. Die unterschätzteste Fläche im ganzen Raum. Und die vielleicht wirkungsvollste.
Denn laut Farbkuratorin Joa Studholme ist ein gestrichener Boden nicht einfach ein „nettes Projekt“, sondern ein radikaler Eingriff in Stimmung, Architektur und Lichtführung. Eine komplette Transformation – kostengünstig, mutig, spielerisch, und plötzlich absolut logisch.
Die Bodenfarbe prägt den Charakter eines Raumes stärker, je größer die Fläche ist. Dunkle Töne wirken unterhalb der Sichtlinie weniger dominant, helle Böden reflektieren Licht in den Raum und lassen auch dunklere Bereiche aufatmen. Ein neutral gestrichener Boden wird zum ruhigen Frame für alles, was darüber passiert – Sofa, Teppich, Keramik, Chaos, Leben. Wird dieselbe Farbe in allen Räumen eingesetzt, entsteht ein fließender Übergang; nutzt man sie auch an den Wänden, öffnet sich der Raum fast architektonisch.
Für all das bietet Farrow & Ball zwei Lacke: das bewährte Modern Eggshell mit einem mittleren Glanzgrad und das neue Flat Eggshell, eine fein schimmernde, wisch- und abriebfeste Option, die gerade in lebendigen Räumen brilliert. Flat Eggshell kaschiert sogar kleine Imperfektionen und integriert neu verlegte Dielen optisch mühelos – ein stilles Make-over, das wirkt wie "Architekt:in war da".
Wer lieber spielt als streicht, bekommt von Studholme gleich mehrere Design-Tricks an die Hand:
Monochromer Boden – India Yellow für Sonnenlicht-Vibes, Mouse’s Back für warme Eleganz, Naperon für subtilen Charme.
Streifen rund um den Kamin – kleine Farbakzente, die wirken wie Styling-Details eines unerwartet guten Editorial Shoots.
Streifen in verschiedenen Breiten – ein grafischer Teppich, der keiner sein will.
Schachbrettmuster – klassisch, fröhlich, immer ikonisch und einfacher umzusetzen, als es aussieht.
Simulierter Teppich – etwa Charlotte’s Locks oder Babouche auf strahlendem Weiß; ein Farrow-&-Ball-Trick, der sofort Boutique-Hotel-Energie erzeugt und jederzeit übermalt, vergrößert oder geschrumpft werden kann.
Dass ausgerechnet der Boden jetzt so viel Aufmerksamkeit bekommt, passt in einen größeren Interior-Shift: Wir wollen Räume, die erzählen, die überraschen, die sich nicht nur "eingebaut" anfühlen, sondern persönlich, weich, lebendig. Kendall Jenners bemalter Küchenboden wirkt plötzlich wie ein stilles Vorzeichen – ein Trend, der nicht laut ruft, sondern lässig vorbeispaziert und sagt: "Schau mal runter. Da passiert mehr, als du denkst!"
Vielleicht ist genau das die neue Interior-Freiheit: Nicht nur an Wände und Möbel zu denken, sondern an das Element, das uns buchstäblich trägt. Und wenn Farrow & Ball recht hat, dann beginnt die nächste große Style-Welle nicht über unseren Köpfen, sondern unter unseren Füßen.
Bilder: PR





























