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What‘s in my Speedy – mit LeBron James

  • vor 41 Minuten
  • 2 Min. Lesezeit

Ein halb offener Reißverschluss. Ein Blick ins Innere. Dinge, die man eigentlich nicht inszeniert und die genau deshalb plötzlich interessanter sind als jedes perfekt gestylte Campaign-Shooting. Louis Vuitton spielt genau dieses Spiel. Aber natürlich nicht zufällig.

Mit der "In My Bag"-Kampagne wird die Speedy P9 nicht einfach getragen, sondern geöffnet. Und dieser Move ist klug. Weil er das tut, was Luxus sonst vermeidet: Er zeigt, was wirklich drin ist. Nicht metaphorisch. Sondern ganz konkret.



Die Speedy selbst ist dabei alles andere als neu. Eher ein Relikt mit Karriere. Seit den 1930ern unterwegs, ursprünglich gebaut für Reisen, für Bewegung, für Menschen, die nicht stillstehen. Pharrell Williams hat sie für seine erste Louis-Vuitton-Menswear-Kollektion neu gedacht und ihr mit der P9-Version ein Update gegeben, das sich weniger nach Retro anfühlt als nach bewusstem Weitererzählen. Butterweiches Kalbsleder, doppelt gegerbt, fast zu smooth, um ehrlich zu wirken. Und genau deshalb so gut.



Aber die eigentliche Story liegt nicht im Material. Sondern im Inhalt: Jeremy Allen White packt seine Tasche wie jemand, der zwischen zwei Leben pendelt – Zeitung, Notizbuch, Socken, ein bisschen Chaos, ein bisschen Struktur. Jude Bellingham hingegen reist gefühlt schon im Kopf weiter: Pass, Ticket, Jersey, ein Duft, der mehr nach Ankommen als nach Abflug riecht. Future? Tennis-Schläger neben Diamanten, irgendwo zwischen Country Club und Backstage. Und dann LeBron, der Golfbälle und Grooming Essentials nebeneinanderlegt, als wäre Performance kein Bereich, sondern ein Zustand. Jackson Wang mixt Polaroids mit Kopfhörern und einem Rubik’s Cube: Nostalgie trifft Nervosität, alles gleichzeitig. Und Wembanyama? Mini-Basketball, Karten, ein Lucky Charm. Fast wie ein Kind, das noch nicht ganz entschieden hat, ob es spielen oder gewinnen will.



Was hier passiert, ist eigentlich ziemlich simpel und genau deshalb funktioniert es so gut: Die Tasche wird zur Schnittstelle zwischen Image und Realität. Oder zumindest zu dem, was wir dafür halten wollen. Aber genau da lohnt sich ein kurzer Reality-Check. Ist das wirklich intim? Oder einfach nur sehr gut kuratiert? Denn natürlich ist nichts daran zufällig. Jedes Item ist eine Entscheidung. Ein Bild. Eine Erzählung. Die "Privatsphäre", die hier gezeigt wird, ist keine echte, sondern eine ästhetisch perfektionierte Version davon. Ein bisschen Chaos, aber bitte fotogen. Ein bisschen Persönlichkeit, aber bitte markenkonform. Und trotzdem – oder gerade deshalb – funktioniert es.



Weil die Kampagne einen Nerv trifft, der größer ist als Mode: die Obsession damit, hinter die Fassade zu schauen. Was steckt wirklich drin? Was sagt das über dich aus? Und wie viel davon ist echt? Die Speedy P9 wird so nicht zur Tasche, sondern zur Bühne. Für Identität. Für Projektion. Für diese kleine Illusion, dass man jemanden versteht, nur weil man weiß, was er mit sich herumträgt. Vielleicht ist das die ehrlichste Lüge, die Luxus gerade erzählt. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum wir nicht wegschauen können…


Fotos: Thomas Lagrange for Louis Vuitton

©2021 CÉRIOUS GOOD CLUB.

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